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Januar
Dienstag, 30. Januar 2018, 20 Uhr
Goethe im Krieg
Vortrag mit Lichtbildpräsentation von Prof. Stefan Greif, Kassel, in Kooperation mit dem Institut für Literaturwissenschaften der Universität Kassel, Gebäude der Kulturwissenschaften, Kurt-Wolters Str. 5 (Erdgeschoss), Raum 19
Dass Goethe in seinen Abhandlungen Campagne in Frankreich und Belagerung von Mainz mehrfach behauptet, angesichts fürchterlicher Kanonaden und grausamen Blutvergießens habe er über weitere Arbeiten an seiner Farbenlehre nachgedacht, hat in der Forschung nicht nur für Irritation, sondern ebenso für Unverständnis gesorgt. An dieser Gemengelage ändern auch neuere Untersuchungen, in denen Goethe auf eine Stufe mit Buddha oder Jesus gestellt wird, insofern wenig, als solche Apotheosen das kritische Verstehen der beiden genannten Kriegsberichte bereits im Vorfeld untersagen. Im Vortrag soll demgegenüber der Versuch unternommen werden, sowohl die Campagne als auch die Belagerung als naturwissenschaftlich und politisch motivierte Schriften zu lesen, in denen einerseits sehr präzise die fortschreitende Entmenschlichung kriegsführender Nationen analysiert wird. Gemäß seiner Lehre von Polarität und Steigerung registriert Goethe andererseits an sich selbst, wie ihn das Miterleben von Krieg und Flucht moralisch verändert. Im Kapitel, das dem Besuch Jacobis in Pempelfort gewidmet ist, weigert er sich beispielsweise, abends aus seiner Iphigenie vorzulesen. Und Goethe begründet diese Abneigung, mit einer „böse[n] Gewohnheit“, die es ihm zumindest vorübergehend nicht erlaube, die ihn seelisch belastenden „Paradoxe“ zugunsten einer nur ästhetisch möglichen Steigerung ins Humanitäre zu überwinden. Sollte diese These tragen, dann wären Goethes Kriegsberichte als ‚realistische‘ Gegenentwürfe zum Programm einer idealen Existenz zu lesen.

 

Februar
Freitag, 09. Februar 2018, 19.30 Uhr
Goethe und die Zeitungen
Vortrag mit Lichtbildpräsentation von Prof. Dr. Lothar Müller, München. In Kooperation mit der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft, der Museumslandschaft Hessen Kassel und der Universität Kassel. Im Hörsaal der Universität, Wilhelmshöher Allee 71-73, Eingang C
An polemischen Bemerkungen gegen die Zeitungen und das Zeitunglesen herrscht bei Goethe kein Mangel. Aber konnte es sich ein Autor, der zugleich ein hoher Staatsdiener war, leisten, die Zeitungen zu ignorieren? Der Vortrag heftet sich auf die Spuren des Zeitungslesers Goethe und  zeigt, dass  in Goethes Werk seit seinen Anfängen die Zeitung als Medium der Gegenwart stets anwesend ist.

 

März
Dienstag, 20. März 2018, 19.30 Uhr
„Geeignet, junge Künstler zu belehren...“ Die Anfänge der Kasseler Kunstakademie (1777 – 1830)
Vortrag von Prof. Martina Sitt, Univ. Kassel im Naturkundemuseum, Steinweg 2
1777 wurde in Kassel eine Kunstakademie gegründet. Die Protagonisten dieses Projekts sind Landgraf Friedrich II., sein Hofmaler, stammend aus der vielköpfigen Maler-Dynastie Tischbein, sein Hofarchitekt Simon du Ry und sein Hofbildhauer  J.A. Nahl. Unter welchen Umständen entwickelte sich diese Akademie bis zur französischen Revolution zu einer geschätzten Institution, an der im Übrigen auch Frauen zugelassen waren? Wie sieht das Verhältnis von Kunstpolitik und akademischer Freiheit aus, welche inhaltlichen und personellen Verbindungen innerhalb der Region und zu anderen Akademien sind zu beschreiben? Wem nützte eigentlich diese Institution?  - Es wird mit den Bildern ein facettenreicher Einblick in die regionale und internationale Bedeutung der Institution gegeben.

 Anschließend: Jahresmitgliederversammlung
1. Bericht des Vorsitzenden mit Totengedenken
2. Bericht des Schatzmeisters
3. Bericht der Geschäftsstelle
4. Bericht der Kassenprüfer
5. Entlastung des Vorstandes
6. Verschiedenes

[Anträge zur Tagesordnung müssen nach § 7 der Satzung bis 10 Tage vor der Mitgliederversammlung schriftlich in der Geschäftsstelle eingegangen sein.]

 

April
Donnerstag, 12. April 2018, 19.30 Uhr
Geognostische Bilder. Die Dresdener Landschaftsmalerei der Romantik und die Forschungen zur Erdgeschichte
Vortrag mit Lichtbildpräsentation von Prof. Dr. Reinhard Wegner, Universität Jena im Naturkundemuseum, Steinweg 2

 

Mai
Dienstag, 08. Mai 2018, 20 Uhr

DER VORTRAG WIRD LEIDER KRANKHEITSBEDINGT AUSFALLEN
Christian Dietrich Grabbe und Goethe
Vortrag von Prof. Norbert Eke, Universität Paderborn. In Kooperation mit dem Institut für
Literaturwissenschaften der Universität Kassel, im Gebäude der Kulturwissenschaften, Kurt-Wolters Str. 5 (Erdgeschoß), Raum 19
Zeitlebens hat der Detmolder Autor Christian Dietrich Grabbe sich an Goethe abgearbeitet. Nicht nur hat Grabbe immer wieder seinen Lebensentwurf programmatisch kontrastiv  gegen denjenigen des Weimaraners gestellt, von dem er seinem Verleger Kettembeil wenige Wochen nach Goethes Tod schrieb: „Sir Goëthe konnte ja nicht zum Leben kommen, weil ihn das Leben auf den Händen trug“; bereits sein dramatischer Erstling, „Herzog Theodor von Gothland“, ist als Gegenstück zur ‚verteufelt humanen „Iphigenie“ ein mit großer Verwerfungsgeste ausgeführten Anschlag auf den Humanitätsdiskurs der Klassik. Dass Grabbe in seinem Furor gleich auch noch versuchen musste, Goethe mit einer eigenen Faust-Dichtung zu überbieten, passt ins Bild. Gleichwohl hat er 1827 in der Hoffnung auf Anerkennung seine Dramen nach Weimar geschickt – ohne freilich von Goethe einer Antwort gewürdigt zu werden. Der Vortrag wird das sich hier andeutungsweise abzeichnenden ambivalente Verhältnis Grabbes zu Goethe ausleuchten und dabei den Blick werfen auch auf Autorinszenierungen und Selbstauratisierungsstrategien von Autoren im sich entwickelnden Literaturmarkt.

 

Juni
Donnerstag 07. Juni 2018, 19.30 Uhr
Poesie und Wissenschaft. Theodor Fontane und die Kunstgeschichte
Vortrag mit Lichtbildpräsentation von Prof. Henrik Karge, Universität Dresden.
In Kooperation mit dem Studiengang Kunstwissenschaft der Kunsthochschule,
im Hörsaal der Kunsthochschule, Eingang Menzelstrasse 13
Theodor Fontanes dichterische Anfänge in Berlin sind eng mit den literarischen Vereinen des „Tunnel über der Spree“ und des „Rütli“ verknüpft, deren zentrale Persönlichkeit bis zum frühen Tod 1858 der Kunsthistoriker Franz Kugler gewesen ist. Ein anderer bedeutender Kunsthistoriker, Karl Schnaase, verfasste 1860 ein sechsseitiges Gutachten zu Fontanes Projekt der „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ und erreichte damit die staatliche Finanzierung eines literarischen Großunternehmens, das entscheidend zur Popularität seines Autors beigetragen hat. In dem Vortrag sollen auch die politischen Hintergründe aufgedeckt werden, die zum Erfolg der Initiative von 1860 geführt haben. Welche Rolle spielen historische Bauten und Bildwerke in den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“? Wie formen sie den Blick des Schriftstellers zurück in die brandenburgisch-preußische Vergangenheit? Ein besonders interessantes Beispiel bilden Fontanes Ausführungen zum ehemaligen Zisterzienserkloster Lehnin im dritten Band zum „Havelland“: Der Dichter erlebte die Klosterkirche mit der kurfürstlichen Grablege noch im halbruinösen Zustand, bevor sie in einer restaurativen Welle nach der Reichsgründung 1871 purifizierend wiederhergestellt wurde.

 

Juni
Donnerstag, 28. Juni 2018, 19.30 Uhr

„So viele Bilder wir auch von dem Dichter sehen, der lebende Hermann Hesse bleibt verborgen.“
Über die (audio-) visuelle Rezeptionsgeschichte Hermann Hesses
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Vortrag mit Lichtbildpräsentation von Alfonso Meoli, M.A., Universität Kassel.
Im Literarischen Salondes Antiquariates Jenior, Marienstrasse 5
Kaum ein anderer deutschsprachiger Schriftsteller des 20.Jahrhunderts ist international konträrer diskutiert und rezipiert worden als Hermann Hesse. Bereits im Jahr 1977 legte Martin Pfeifer als Reaktion darauf eine internationale Rezeptionsgeschichte des Dichters vor und ergänzte diese in den darauf folgenden Dekaden um weitere zwei Bände (1979 u. 1991). Grundlage dieser umfassenden Forschungsarbeit sind vorwiegend Hesses literarische Werke, ihre Übersetzungen und Verbreitungsverläufe in aller Welt. Eine Rezeptionsgeschichte die sich mit den öffentlichen Persönlichkeitskonstruktionen und Zuschreibungen an Hermann Hesse selbst auseinandersetzt, ist bislang allerdings weitestgehend ausgeblieben. Dies verwundert insofern, als das zahlreiche Portraitfotografien, illustrierte Zeitungsartikel und insgesamt acht TV-Dokumentation über den Nobelpreisträger von 1946 angefertigt wurden. Der Vortrag zeichnet die (audio-)visuelle Rezeptionsgeschichte Hermann Hesses anhand exemplarischer Beispiele nach.

 

August
Sonntag, 26. August 2018, 15 Uhr
Literarischer Salon im Andenken an Goethes Geburtstag vor 269 Jahren:

Gute Nacht ich binn besoffen wie eine Bestie“

Lesung aus den Briefen des jungen Goethe in Leipzig 1765-1768
Vorgetragen von PD Dr. Maximiliane Jäger-Gogoll und PD Dr. Johannes M. Becker, Universität Siegen/Universität Marburg.
In Kooperation mit und im Hotel Palmenbad, Kurhausstrasse 25

 

August
Mittwoch 29.08. bis Samstag, 01.09.2018

Reise auf den Spuren Goethes und der rheinischen Romantik
Leitung: Carola Matthaei. Programm siehe www.goethe-gesellschaft-kassel.org/reisen/

[Die Reise ist bereits ausgebucht]

 

September
Dienstag, 25. September 2018, 19.30 Uhr

Die neue historisch-kritische Edition von Goethes „Faust“
Vortrag mit Lichtbildpräsentation von Dr. Gerrit Brüning, Universität Frankfurt
In Kooperation mit dem Antiquariat Jenior. Im „Literarischen Salon“ des Antiquariates, Marienstrasse 5 (im Hinterhof)
Voraussichtlich im August dieses Jahres kommt die historisch-kritische Ausgabe von Goethes Faust zum Abschluss. Ihr digitaler Teil ist unter www.faustedition.net frei zugänglich. Hier werden gut 2000 Handschriftenseiten sowie die zu Lebzeiten erschienenen Drucke des Faust in vielfachen Perspektiven präsentiert. Zugleich erscheinen im Druck ein Faksimile der Gesamthandschrift des Faust II mit Transkription sowie der konstituierte Text der Tragödie. In Vortrag und Präsentation werden die wesentlichen Bestandteile der Edition und einige der im Lauf der Arbeit gewonnenen Erkenntnisse vorgestellt. Dr. Gerrit Brüning ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er hat seit 2009 an allen Teilen der Edition mitgearbeitet.

 

Oktober
Mittwoch, 17. Oktober 2018, 19 Uhr
Vorstands- und Beiratssitzung der Goethe-Gesellschaft Kassel.
Im Restaurant „Prinzenquelle“, Schanzenstrasse 99

 

Oktober
Dienstag, 30. Oktober 2018, 19.30 Uhr

Zwischen Hass und erzwungener Liebe. Martin Walsers Auseinandersetzung mit Goethe
Vortrag mit Lichtbildpräsentation von Prof. Wolfgang Bunzel, Universität Frankfurt.
In Kooperation mit dem Evangelischen Forum Kassel, im Evangelischen Forum, Lutherplatz
Das Erscheinen von Martin Walsers Roman Ein liebender Mann (2008) markiert den Höhepunkt seiner über rund 40 Jahre reichenden öffentlichen Goethe-Rezeption. Noch erstaunlicher als die ungewöhnlich lange Dauer dieser Auseinandersetzung ist der Wandel, der sich dabei in der Bewertung des Schriftstellerkollegen vollzogen hat. Goethe mutiert in dieser Zeit nämlich vom Hassobjekt zur Identifikationsfigur, d.h. Walsers ursprüngliche Einschätzung verkehrt sich in ihr Gegenteil. Eine solch radikale Veränderung verlangt nach Erklärung. Wie also wurde aus dem einstigen, nachgerade militant auftretenden Goethe-Gegner schließlich dessen Bewunderer? Und in welchen Etappen hat sich dieser bemerkenswerte Umdeutungsprozeß vollzogen? Der Vortrag gibt Antworten auf solche Fragen.

 

November
Freitag, 23. November 2018, 19.30 Uhr

„Schönes Zauberbild Helena“. Goethes Helena-Akt im Faust II
Vortrag von Dr. Margaretha Huber, München. In Kooperation mit der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft.
Im Hörsaal des Hessischen Landesmuseums, Brüder-Grimm-Platz 5 (Seiteneingang)
Die Veranstaltung wurde verlegt in den Hörsaal der Universität Kassel, Campus Wilhelmshöher Allee 71-73, Eingang C

 

Dezember
Dienstag, 11. Dezember 2018, 20 Uhr
Christian Dietrich Grabbe und Goethe
Vortrag von Prof. Norbert Eke, Universität Paderborn. In Kooperation mit dem Institut für Literaturwissenschaften der Universität Kassel, Gebäude der Kulturwissenschaften, Kurt-Wolters Str. 5 (Erdgeschoß), Raum 19
Zeitlebens hat der Detmolder Autor Christian Dietrich Grabbe sich an Goethe abgearbeitet. Nicht nur hat Grabbe immer wieder seinen Lebensentwurf programmatisch kontrtastiv gegen denjenigen des Weimaraners gestellt, von dem er seinem Verleger Kettembeil wenige Wochen nach Goethes Tod schrieb: „Sir Goëthe konnte ja nicht zum Leben kommen, weil ihn das Leben auf den Händen trug“; bereits sein dramatischer Erstling, „Herzog Theodor von Gothland“, ist als Gegenstück zur ‚verteufelt humanen „Iphigenie“ ein mit großer Verwerfungsgeste ausgeführten Anschlag auf den Humanitätsdiskurs der Klassik. Dass Grabbe in seinem Furor gleich auch noch versuchen musste, Goethe mit einer eigenen Faust-Dichtung zu überbieten, passt ins Bild. Gleichwohl hat er 1827 in der Hoffnung auf Anerkennung seine Dramen nach Weimar geschickt – ohne freilich von Goethe einer Antwort gewürdigt zu werden. Der Vortrag wird das sich hier andeutungsweise abzeichnenden ambivalente Verhältnis Grabbes zu Goethe ausleuchten und dabei den Blick werfen auch auf Autorinszenierungen und Selbstauratisierungsstrategien von Autoren im sich entwickelnden Literaturmarkt.

 

 

 

14-tägige fortlaufende Lesungen aus Texten Goethes und anderen Klassikern.
In der Mundus-Residenz, Wilhelmshöher Allee 319,

Dienstags, 16.00 Uhr.

 

 

 


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