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2018

Oktober
Dienstag, 30. Oktober 2018, 19.30 Uhr

Zwischen Hass und erzwungener Liebe. Martin Walsers Auseinandersetzung mit Goethe
Vortrag mit Lichtbildpräsentation von Prof. Wolfgang Bunzel, Universität Frankfurt.
In Kooperation mit dem Evangelischen Forum Kassel, im Evangelischen Forum, Lutherplatz
Das Erscheinen von Martin Walsers Roman Ein liebender Mann (2008) markiert den Höhepunkt seiner über rund 40 Jahre reichenden öffentlichen Goethe-Rezeption. Noch erstaunlicher als die ungewöhnlich lange Dauer dieser Auseinandersetzung ist der Wandel, der sich dabei in der Bewertung des Schriftstellerkollegen vollzogen hat. Goethe mutiert in dieser Zeit nämlich vom Hassobjekt zur Identifikationsfigur, d.h. Walsers ursprüngliche Einschätzung verkehrt sich in ihr Gegenteil. Eine solch radikale Veränderung verlangt nach Erklärung. Wie also wurde aus dem einstigen, nachgerade militant auftretenden Goethe-Gegner schließlich dessen Bewunderer? Und in welchen Etappen hat sich dieser bemerkenswerte Umdeutungsprozeß vollzogen? Der Vortrag gibt Antworten auf solche Fragen.

 

November
Freitag, 23. November 2018, 19.30 Uhr

„Schönes Zauberbild Helena“. Goethes Helena-Akt im Faust II
Vortrag von Dr. Margaretha Huber, München. In Kooperation mit der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft.
Im Hörsaal des Hessischen Landesmuseums, Brüder-Grimm-Platz 5 (Seiteneingang)
Die Veranstaltung wurde verlegt in den Hörsaal der Universität Kassel, Campus Wilhelmshöher Allee 71-73, Eingang C

 

Dezember
Dienstag, 11. Dezember 2018, 20 Uhr
Christian Dietrich Grabbe und Goethe
Vortrag von Prof. Norbert Eke, Universität Paderborn. In Kooperation mit dem Institut für Literaturwissenschaften der Universität Kassel, Gebäude der Kulturwissenschaften, Kurt-Wolters Str. 5 (Erdgeschoß), Raum 19
Zeitlebens hat der Detmolder Autor Christian Dietrich Grabbe sich an Goethe abgearbeitet. Nicht nur hat Grabbe immer wieder seinen Lebensentwurf programmatisch kontrtastiv gegen denjenigen des Weimaraners gestellt, von dem er seinem Verleger Kettembeil wenige Wochen nach Goethes Tod schrieb: „Sir Goëthe konnte ja nicht zum Leben kommen, weil ihn das Leben auf den Händen trug“; bereits sein dramatischer Erstling, „Herzog Theodor von Gothland“, ist als Gegenstück zur ‚verteufelt humanen „Iphigenie“ ein mit großer Verwerfungsgeste ausgeführten Anschlag auf den Humanitätsdiskurs der Klassik. Dass Grabbe in seinem Furor gleich auch noch versuchen musste, Goethe mit einer eigenen Faust-Dichtung zu überbieten, passt ins Bild. Gleichwohl hat er 1827 in der Hoffnung auf Anerkennung seine Dramen nach Weimar geschickt – ohne freilich von Goethe einer Antwort gewürdigt zu werden. Der Vortrag wird das sich hier andeutungsweise abzeichnenden ambivalente Verhältnis Grabbes zu Goethe ausleuchten und dabei den Blick werfen auch auf Autorinszenierungen und Selbstauratisierungsstrategien von Autoren im sich entwickelnden Literaturmarkt.

 

 

2019

Februar
Dienstag, 19. Februar 2019, 19.30 Uhr
Goethes „Italienische Reise“ im Film
Vortrag mit Lichtbildpräsentation von Dr. Jana Piper, Klassik-Stiftung Weimar.
In Kooperation mit und im „Literarischen Salon“ des Antiquariates Jenior, Marienstr. 5
GoethesItalienische Reise hat die deutsche Literatur über Jahrhunderte hinweg verschiedenartig befruchtet. Filmisch setzte sich der Stoff, im Gegensatz zu anderen Werken Goethes, interessanterweise nicht als groß angelegtes Medienereignis im Format des fiktiven Spielfilms, sondern vor allen Dingen im Dokumentarfilmbereich durch. Der Vortrag wird filmische Dokumentationen aus unterschiedlichen Epochen ästhetisch und inhaltlich untersuchen und über Neuaktualisierungen, Ideologisierungen und Brüche, beziehungsweise eingefahrene kultradierte Muster, die mit der Italienischen Reise verbunden werden, diskutieren.

 

März
Donnerstag, 21. März 2019, 19.30 Uhr

Zeit und Ewigkeit in der Dichtung Annette von Droste-Hülshoffs
Vortrag von Marieluise Labrie, M.A., Kassel. Im Naturkundemuseum, Steinweg 2
Wie in vielen ihrer Texte kämpft Annette von Droste-Hülshoff auch und gerade in den Gedichten des „Geistlichen Jahres“ um ihre Identität als Dichterin. Dabei erlebt sie schmerzlich die Grenzen und Widerstände, die ihre Zeit denkenden und schreibenden Frauen setzt. In ihren Texten vertraut sie sich dem Ewigen an, dem Gott, den sie kaum noch glauben kann.

Im Anschluss:
Mitgliederversammlung und Vorstandswahl
Tagesordnung:

1. Begrüßung und Bericht des Vorsitzenden mit Totengedenken und Begrüßung neuer Mitglieder
2. Bericht des Schatzmeisters
3. Bericht der Geschäftsstellenleiterin
4. Bericht der Kassenprüfer
5. Entlastung des Vorstands
7. Vorstandswahlen
8. Verschiedenes

[Anträge zur Tagesordnung müssen nach § 7 der Satzung spätestens 10 Tage vor der Mitgliederversammlung schriftlich in der Geschäftsstelle eingegangen sein.]

 

 April
Dienstag, 30. April 2019, 20 Uhr

Völker als Gedanken Gottes? J.G. Herder und die Geschichte eines Missverständnisses
Vortrag mit Lichtbildpräsentation von Dr. Jochen Johannsen, Universität Siegen.

In Kooperation mit dem Institut für Literaturwissenschaften der Universität Kassel, im Gebäude der Kulturwissenschaften, Kurt-Wolters Str. 5 (Erdgeschoss), Raum 19
Der Beitrag stellt am Beispiel eines verbreiteten angeblichen Herder-Zitats ("Völker sind Gedanken Gottes") exemplarisch einige Grundzüge der politischen Herder-Rezeption heraus, die im Kern mit Begriffsdichotomien arbeitet, ohne sich dabei ernsthaft mit den Texten Herders auseinander zu setzen. Gezeigt werden soll, dass die politische Herder-Rezeption oft problematische Züge trägt, da sie sich nur in den seltensten Fällen intensiv mit Herder selbst befasst, sondern statt dessen auf verbreitete und rezeptionsgeschichtlich vermeintlich verbürgte Interpretationsmuster zurückgreift, die gelegentlich noch nicht einmal ein Korrelat in Texten Herders aufweisen. Als Fazit bleibt festzustellen, dass das komplexe und dynamische Denken und Schreiben Herders, das die Beschäftigung mit ihm ebenso kompliziert wie faszinierend macht, sich ganz offenbar für einfache politische Indienstnahmen und griffige Aktualisierungen kaum eignet.

 

Mai
Dienstag, 14. Mai 2019, 20 Uhr

Samuel Beckett und Friedrich Hölderlin
Vortrag und Gespräch mit Prof. Rolf Breuer, Universität Paderborn und Prof. Stefan Greif, Kassel. In Kooperation mit dem Institut für Literaturwissenschaften
der Universität Kassel und der Beckett-Gesellschaft. Im Gebäude der Kulturwis-senschaften, Kurt-Wolters Str. 5 (Erdgeschoss), Raum 19

 

Juni
Montag, 24. Juni 2019, 19.30 Uhr

Das Journal von Tiefurt als Spielwerk der Geselligkeit des Weimarer Musenhofes
Vortrag mit Lichtbildpräsentation von PD Dr. Jutta Heinz, Universität Freiburg.
Im Naturkundemuseum, Steinweg 2
Als ein Spielwerk ambitionierter Geselligkeit trat das „Tiefurter Journal“, in wenigen Exemplaren handschriftlich nur verbreitet, zwischen 1781 und 1784 ans Licht einer sehr begrenzten Öffentlichkeit. Ins Leben gerufen von der Herzogin Anna Amalia in ihrem Sommersitz, dem Tiefurter Schlösschen, entwickelte sich das Periodikum zu einem reizvollen Spiegelbild der höfischen Kultur im klassischen Weimar. Goethe, Herder und Wieland zählten zu den Prominenten unter den stets anonymen Autoren; aber auch die Herzogin selbst sowie die Mitglieder ihres Hofstaates beteiligten sich als Dilettanten an dem Unternehmen. Im „Tiefurter Journal“ finden sich Gedichte und Erzählungen ebenso wie kulturkritische Essays, Übersetzungen, Anekdoten und Scharaden – nicht zuletzt auch dazu bestimmt, der Langeweile bei Hofe Widerpart zu bieten. Der Vortrag stellt das „Spielwerk“ der Herzogin im Zusammenhang seiner Entstehung und Rezeption dar und präsentiert unterhaltsame Auszüge aus den dort veröffentlichten Beiträgen.

 

August
Sonntag 25. August 2019, 19 Uhr

Goethe und der Komponist Carl Loewe
Vortrag und Konzert
mit Hikaru Kanki (Klavier) und Johannes Schwarz (Bariton), Hannover. In der Johannisloge „Zur Freundschaft“, Murhardstrasse 6

 

September
Sonntag, 29. September 2019, 11 Uhr
„Die Kunst hat nie ein Mensch allein besessen“ - Goethe auf der documenta
Matinee-Vortrag von Dr. Harald Kimpel, Kassel. In Kooperation mit der MHK.
In der Neuen Galerie, Schöne Aussicht 1
[Die Veranstaltung ist kostenfrei; der Eintritt zur Galerie muss entrichtet werden]

 

 

14-tägige fortlaufende Lesungen aus Texten Goethes und anderen Klassikern.
In der Mundus-Residenz, Wilhelmshöher Allee 319,

Dienstags, 16.00 Uhr

 

 

 


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